Diskriminierung hat einen Namen

Diskriminierung hat eine neue Stufe erreicht. Ja, sie hat eine neue Form und einen eigenen Namen erhalten: Facebook!

Um es auf die Spitze zu treiben: Es ist geradezu ein Ding der Unmöglichkeit ;) , dass Menschen, die nicht Facebook angehören, seit Neustem immer wieder benachteiligt sind. Was ich damit meine? Da sitzt man z.B. mit Freunden und Bekannten zusammen und einige berichten von der letzten Party. Und auch wenn nicht alle daran teilgenommen haben wissen zumindest alle davon. Nur ich konnte mich einfach nicht erinnern. Warum nur? War ich im Delirium? Ich grübelte und grübelte, doch ohne den erhofften Geistesblitz. Also entschied ich mich dann doch vorsichtig nachzufragen. „Was für eine Party?“ Die Antwort kam bereitwillig, aber noch immer konnte ich mir nicht erklären warum ich in aller Welt nichts von dieser Party wusste. Ich betonte diesen Fakt deshalb noch einmal etwas deutlicher. „Na ich hab doch ne Einladung geschickt!“, wurde mir daraufhin entgegnet. „Wann, wo?“, war ich nun vollends irritiert. Eigentlich war ich immer der Meinung, dass mein Geist noch ganz frisch und intakt ist und nun konnte ich mich nicht einmal an eine Einladung erinnern? Doch ich sollte gleich beruhigt werden, was meinen Geisteszustand anbelangte. Denn mein Gegenüber fügte erklärend hinzu: „Na bei Facebook!“ Aha! Da hatten wir den Übeltäter und die Erklärung für meine Unwissenheit. Denn ICH BIN NICHT bei Facebook. Allein diese Aussage verursacht in regelmäßigen Abständen fassungsloses Nachfragen – „Nicht?“ – auf Seiten der Facebookanhänger und führt dann wiederum zu erschüttertem Kopfwenden als Reaktion meinerseits. Denn was ist so befremdlich daran? Nein halt, es ist wohl befremdlich. Denn eigentlich ist man ja inzwischen wohl eher absonderlich, wenn man nicht zum Pulk der Facebookanhänger gehört. Aber dass diese Tatsache nun auch noch zu sozialer Ausgrenzung führt, unglaublich. Denn diese Szene wiederholte sich so, oder so ähnlich zu den verschiedensten Begebenheiten noch einige Male. Natürlich in etwas abgekürzter Form, da ich den Übeltäter ja nun bereits kannte.

Aber was tut man nun am besten? Bleibt man seinen „Idealen“ treu, boykottiert das ganze Facebookding und manövriert sich dadurch notfalls auf die Außenseiter-Bank? Oder verrät man seine Ideale, passt sich (wie wohl viel zu oft im Leben) an und geht damit in der breiten Masse unter? Die Tatsache sich überhaupt mit dieser Frage auseinandersetzen zu müssen, verursachte einen gewissen Trotz in mir. Warum wird denn meine Entscheidung kein Facebookanhänger zu sein andauernd in Frage gestellt? Was ist denn mit freier Entfaltung? Zwischenzeitlich hatte sich sogar mein Körper auf Widerstand eingestellt und sich sehr eigenartige Reaktionsmechanismen angeeignet. Wenn ich „Na bei Facebook“ schon hörte, standen meine Haare vor lauter „Wut“ wie Springfedern zu Berge. Man kann sich das wie einen Schalter vorstellen. „Facebook“, PLING! Umso erholsamer ist es, wenn man dann hier und da einen anderen Veteranen/Nostalgiker trifft, der dem ganzen Facebookding ebenfalls trotzt. Was ist das doch inzwischen jedes Mal für ein Fest. Was verspürt man doch sogleich eine gewisse Sympathie füreinander. :) Was nicht bedeutet, dass ich Facebookuser deshalb automatisch unsympathisch finde. Nein! Ich mag ja meine Facebook nutzenden Freunde deshalb nicht weniger, nur weil sie netzwerken und ich nicht. Anderenfalls wäre ich selbst diskriminierend.

Nach all der Abwehr und all dem Trotz hatte ich mich dazu entschlossen meine Ideale zu behalten, der Masse zu trotzen, ihr das Vergnügen aber zu gönnen. ;) Sollen sie netzwerken, sollen sie posten, sollen sie liken, sollen sie sich einladen. Vielleicht profitiere ich sogar indirekt und unbewusst davon. Aber ich bleibe dennoch lieber ein „absonderlicher Exot“ mit Kontakten und Netzwerken aus Fleisch und Blut, mit Menschen die von Du zu Du mit mir kommunizieren, die ich sehen und „anfassen“ kann (wenn ich denn möchte), als mich freiwillig in einen Bewachungsstatus zu begeben. Und das nur um von jeder Party zu wissen und mich in einem unüberschaubaren Netzwerk mit tausenden Kontakten zu umringen, die ich zum Grossteil nicht einmal persönlich kenne, die mir aber sekündlich mitteilen welcher Furz ihnen heute quer sitzt. Ob ich es lesen will oder nicht :P

I LIKE to be a Non-Facebookeee :)

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Ein Kommentar zu “Diskriminierung hat einen Namen

  1. Ich bin kein Anhänger von Facebook im übertriebenen Sinn. Ich poste auch sehr Überschaubares, mal hier ein Bild, mal da einen Link. Meistens auch nur, um es für mich in Erinnerung zu behalten. Genauso habe ich mir „früher“ mal was aus der Zeitung ausgeschnitten, oder eine besonders erinnerungsträchtige Theaterkarte ins Tagebuch geklebt usw. Tja, das mache ich nun mit Facebook. Manchmal denke ich mir, dass ich genauso viel Zeit fürs analoge Erinnern aufbringen könnte… mache ich aber nicht. Obwohl ich nicht mehr zu den Digital Natives gehöre, liebe ich Digitales. Und merkwürdigerweise treffe ich bei Facebook Freunde, zu denen der direkte Kontakt vor Jahren eingeschlafen ist, nun auch wieder. Wir haben uns dort etwas zu erzählen und wenn wir uns dann in unserer kleinen Stadt direkt begegnen, lassen wir den sonst gepflegten Small-Talk weg und reden gleich über etwas Richtiges. In diesem Sinne, bei allem Zwiespältigen, das von Facebook ausgeht, bin ich gar nicht so unglücklich darüber, dass es Facebook gibt…

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