(EIN)Bildung

ZUM PODCAST

Wie heißt es so schön: „Einbildung ist auch eine Bildung“. Schade nur, wenn sie die Einzige ist. Das kommt zum Glück nicht alllllll zu oft vor, denn diese Fälle verursachen ein ungutes Gefühl und bei mir letztlich folgende Reaktion: Wer nicht selbst denkt, sollte wenigstens ab und zu seine Vorurteile und Klischees neu gruppieren. Durchaus häufiger vertreten sind die Fälle, welche hin und wieder an ein wenig Selbstüberschätzung leiden. Sie sind harmlos und letztlich immer für einen Schmunz’ler gut.

Zu den Harmlosen gehören unter anderem das unerschütterliche Selbstbildnis mancher Zeitgenossen. So beobachte ich immer wieder Menschen, die sich für die Attraktivität in Person halten, dabei sind sie ganz durchschnittlich – was jetzt hier keinesfalls als schlecht dargelegt werden soll. Dies ist mir bisher vor allem bei Männern untergekommen. Ich betone bisher und mir. Es gibt sicherlich auch weibliche Zeitgenossen dieser Art. Diese mit einer rosaroten Selbstbildnisbrille versehenen Männer stehen also beispielsweise mit Plautze und lichtem Haaransatz vorm Spiegel und sehen einen Ryan Gosling, George Clooney, etc., während eine durchschnittliche Frau in den selben Spiegel starren kann und lediglich denkt: „Das geht auch besser!“ Nun könnte man argumentieren, dass die Einbildung hier vielleicht sogar leichter handhabbar ist, als die realistische, nörgelnde Frau.

Deshalb ein weiteres Beispiel: Es gibt Menschen – die mir bekannten Fälle allerdings ebenfalls nur Männer – die davon überzeugt sind, dass sich schier jede in sie verlieben wird, wenn sie nur einmal das Bett geteilt haben. Als ich dann nach dem Hintergrund für diese Annahme fragte, sagte man mir: „Weil das bisher so war.“ Wou Wou Wou! Hat man da noch Worte?! Einbildung oder Tatsache? Probieren geht wohl über studieren, aber…. Ich habe ja eher die Vermutung, dass sich hinter soviel Poserei oft das Gegenteil verbirgt. Nämlich Angst. Vielleicht ist es sogar eine Abschreckungsmethode um sich gar nicht erst unter Beweis stellen zu müssen?! Wenn nicht, also sollten sie wirklich annehmen Casanova, Adonis oder Amor in Person zu sein, dann seien sie an dieser Stelle milde belächelt ;) Denn selbst wenn es so wäre: Damit brüstet man sich nicht. Ein Gentleman genießt und schweigt!

Vielleicht halten sie sich aber auch einfach nur an den Spruch „Talent fängt mit Glaube an“. Das würde zumindest bedeuten, dass es eine Chance auf Besserung gibt :D

Die weitaus bedauernswertere Variante der Einbildung ist, wie bereits erwähnt, die EINBildung. Da gibt es beispielsweise Leute, die reden und reden von ihrem ach so tollen Werdegang, brüsten sich mit allerlei Wissen. Man selbst wird bei soviel Testosteron (was es bei Männern und Frauen gleichermaßen gibt!) immer kleiner und kleiner. Doch wenn man dann zusammenarbeitet oder einmal die Kenntnisse hinterfragt, wundert man sich, wo all das Wissen geblieben ist. Kurios! Zwei Linke Hände, ein nicht arbeitendes Gehirn, aufgesagte Phrasen, etc. Plötzlich steht Jemand vor einem, der so klein mit Hut ist, dass man diesen eben noch so bewundernswerten Menschen fad und grau empfindet. Ähnlich ist es auch mit Zeitgenossen, die sich betont gewählt ausdrücken und einem jeden noch so kleinen sprachlichen Ausrutscher unter die Nase reiben, dabei selbst aber lediglich das Fremdwörterbuch zitieren ohne zu wissen, wovon sie eigentlich reden. Sollte man sie auf die Probe stellen, den Spieß umdrehen und sie beim nächsten Fremdwort bitten: „Kannst du das auch rückwärts sagen?“ Mal sehen ob sie dann immernoch so cool und unfehlbar sind… Oder würden sie das eher noch als Aufforderung für die Fortbildung der EINbildung empfinden?

Fakt ist: Die Eingebildeten besitzen einfach nur eine lebhafte Phantasie :p Ihr Gehirn vermischt beim Erinnern Wahrheit und Phantasie, nur eben in einem etwas ausgedehnterem Maße als bei „normalen“ Menschen. Und so kann Einbildung dann eben auch mal zur Bildung werden…

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