Der drohende Verfall

Hilfe, ich werde 30. Eigentlich habe ich damit gar kein Problem. Aber irgendwie scheinen viele andere ein Problem damit zu haben. Zumindest werde ich andauernd auf den nun drohenden Verfall angesprochen. Man suggeriert mir, dass mein Leben nun bergab geht. Da es nun aus ist mit der Schönheit und damit auch mit dem Interesse des männlichen Geschlechts an meiner Person. Dass ich nun alt und unattraktiv werde. Interessant, dass sie sich das so auf die äußerliche Präsenz festhaken. Ob sie wirklich Angst davor haben, dass ich mit überschreiten der „magischen Grenze“ nicht mehr ansehbar bin? Dass sie sich vielleicht nicht mehr mit mir in der Öffentlichkeit zeigen können, weil sich transformationsgleich sofort tiefe Furchen in mein Gesicht ziehen werden, Altersflecken aufblinken, die Haut schrumpelig wird und ich mich nun kleiden werde wie eine Nonne? Warum diese Angst? Warum nicht die Hoffnung, dass ich noch schöner und weiser werde?

Nun ja…. Ich sehe das also etwas anders

In der Tat hört man ja immer wieder, dass Frauen mit dem Alter unattraktiver werden, Männer hingegen attraktiver. Was für eine Gemeinheit. Ich bin dagegen. Doch keine Panik. Genauso sagt man auch: Man ist immer so alt wie man sich fühlt. Gut, das kann auch ordentlich in die Hose gehen. Also wenn man’s übertreibt. Aber ich neige nicht zu Übertreibungen – oder sollte ich lieber sagen Untertreibungen – dieser Art :)

Noch mache ich mir also keine Sorgen über den augenblicklichen Schönheitsverfall sobald die Transformation von der 2… in die 3… abgeschlossen ist. Denn auch wenn mir da gerade einige etwas anderes einreden wollen, ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es mit Dreißig verfrüht ist vom drohenden körperlichen Verfall zu sprechen. Immerhin gibt es auch Studien – es sei jedem selbst überlassen wie viel Wert man den Ergebnissen beimisst – die belegen, dass Frauen gerade mit Anfang dreißig am attraktivsten wirken, da sie das gewisse Etwas ausstrahlen. Da sie viel mehr wissen, wer sie sind und was sie wollen als noch mit Anfang zwanzig. Das mag natürlich je nach Frau unterschiedlich sein. Und klar einen gewissen körperlichen „Verfall“ kann man wohl nicht von der Hand weisen. Natürlich ist eine Zwanzigjährige knackiger als eine Dreißigjährige. Aber auch das muss nicht so sein. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Dafür kennt eine Dreißigjährige vielleicht viel mehr ihre Weiblichkeit, ihren Körper, Vorlieben etc. und strahlt das eben auch auf eine natürlich erotische Weise aus. Nicht, dass ich jetzt hier den Anfang Zwanzigjährigen eine erotische Ausstrahlung absprechen möchte oder gar behaupten möchte, dass sie noch nicht wissen wer sie sind. Auch hier bleibt es von Fall zu Fall individuell zu prüfen. Immerhin gibt es auch genug Dreißigjährige, die nicht wissen wer sie sind und was sie wollen. Genauso viele wohl auch unter den Vierzig-, Fünfzig-, …-jährigen. Wie dem auch sei, es bleibt wohl Ansichtssache. Dennoch, um es noch einmal zu wiederholen, mache ich mir in Bezug auf meine Person noch keine Gedanken. Wenn ich mich mit Anfang zwanzig betrachte und jetzt mit Ende zwanzig will ich doch mal behaupten, dass ich schöner geworden bin ;) Also die Grundsubstanz hat sich natürlich nicht verändert. Aber ich weiß inzwischen was „Mode“ heißt, habe einen Stil entwickelt. Kurzum ich bin kein „Schlumpf“ mehr. Ich wirke anders. Auch wenn mir das gewisse Damen an der Supermarktkasse oder diverse Schränke an Clubeingängen nicht zugestehen wollen. Ja, man fragt mich hin und wieder nach meinem Ausweis. Vielleicht wollen sie ja auch nur wissen wie ich heiße und wo ich wohne ;) Wenn nicht ist dies wohl ein weiteres Zeichen, dass man mit bald Dreißig nicht gleich in einen panischen Schockzustand verfallen muss, aus Angst man werde nun augenblicklich unattraktiv. Für Maulwürfe gehe ich also locker als zehn Jahre jünger durch. Auch wenn ich das ehrlich gesagt etwas bedenklich finde. Ich mag gar kein „Schlumpf“ mehr sein…

Hau ich habe gesprochen. Ihr könnt mir keine Angst machen :) Jedenfalls nicht damit. Ich werde noch schöner und weiser :D Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, auch das andere Geschlecht noch davon überzeugen zu können.

Viel eindringlicher finde ich die mit solchen Anlässen einhergehenden Fragen über das Leben allgemein. Warum sorgen runde Geburtstage immer für soviel Verwirrung? Warum meinen wir, dass sich gerade danach etwas ändern wird? Warum machen wir uns plötzlich Gedanken darüber was wir alles geschafft haben und setzten es in Relation zu dem was wir erreichen wollten? Und was heißt im Zuge dessen: „Nun geht es bergab.“ Inwiefern? Womit? Wobei? Im Grunde ist das ganze Leben doch eine Berg- und Talfahrt. Und wer sagt denn, dass bergab schlimm ist? Bergab geht’s schließlich leichter als bergauf ;)

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2 Kommentare zu “Der drohende Verfall

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