Hallo Lachmuskeln!

ZUM PODCAST

Lachen ist gesund! Es setzt nicht nur Glückshormone frei, sondern stärkt auch Immunsystem und Muskeln. Und wer lacht wirkt gleich viel sympathischer. Doch so richtig herzhaftes, befreites, unbefangenes Lachen hat in der heutigen Zeit eher Seltenheitswert bekommen. Zumindest unter Erwachsenen. Lediglich Kinder können ihrem Lachinstinkt frei folgen. Und sind deshalb auch ausgeglichener, so belegen wissenschaftliche Studien zu diesem Thema. Nicht umsonst wird Lachen inzwischen auch als Therapieform eingesetzt. Ganz zu schweigen von den befremdlichen Angeboten von Lach-Yoga-Kursen oder derlei Scherze.

Was heute jedoch weit verbreitet ist, ist das Lachen hinter vorgehaltener Hand. Das schadenfrohe bis hin zum Aus-Lachen. Aber ist Lachen über das „Leid“ Anderer auch gesund oder fällt es irgendwann auf einen selbst zurück? Ich würde sagen, man muss differenzieren. Zwar ist wissenschaftlich bewiesen, dass es egal ist, ob es ein echtes oder falsches Lachen ist – der Körper profitiert so oder so davon – aber für Geist und Gewissen macht es meiner Meinung nach sehr wohl einen Unterschied. So mag ein höhnisches, gehässiges, schadenfrohes Lachen für den Moment der Produktion von Glückshormonen dienen, ist aber gelinde gesagt nicht sehr nett und führt früher oder später zu einem schlechten Gewissen. Dann bleibt ein ungutes Gefühl und all die gerade frisch getankten Glückshormone lösen sich augenblicklich wieder in Luft auf. Wie gewonnen so zerronnen…

Ein neckisches, der komischen Situation wegen spontanes Lachen, kann jedoch getrost als legitim durchgewunken werden. Auch wenn die Situation für die „Belächelten“ weniger lustig ist, als für den Lachenden. Aber was soll man machen. Und schließlich ist Lachen ja eben gesund. Also immer raus damit. Denn die Situationskomik ist und bleibt eine der schönsten, wirkungsvollsten und instinktivsten Lachbereiter. Und so kann es passieren, dass man sich ganz plötzlich und unfreiwillig inmitten einer Komödie befindet, wo ein Running-Gag dem nächsten folgt. So kürzlich erst bei mir.

Und wann habt ihr das letzte Mal so richtig herzhaft lachen müssen? Zu lange her? Dann begebt euch bei Dämmerung in den Volkspark Friedrichshain…

Tatort – Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain. Tatzeit – Dämmerung. Opfer – ahnungslose Spaziergänge und Partyvolk. Täter – Stufen. Zeugen – meine Begleitung und ich. Tathergang – Ok, da werde ich dann mal etwas ausführlicher. Ein lauer Sommerabend. Das Sonnenlicht neigt sich dem Ende zu und taucht die Stadt in nächtliches Dunkel. Völlig ahnungslos und unbefangen saßen wir da auf dem Rand des Märchenbrunnens, mitten in ein Gespräch vertieft, als die ersten Spaziergänger den Park verließen. Nicht jedoch ohne vor unseren Augen ins Straucheln zu geraten. Das erste „Ups“ entfleuchte und wir wurden aufmerksam. Die im Dämmerlicht kaum auszumachenden Stufen waren Schuld. Und so folgten nun Ausrufe wie „Upsala“, „Hups“, „Ahia“ oder auch nur Gelächter & Gekicher im Minutentakt. Nahezu jeder Passante stolperte. Und wir lachten. Zunächst noch in uns hinein. Dann mit wachsender Begeisterung. Einfach zu komisch, wie plötzlich alle vom harmlos Spazierenden zum torkelnden Gleichgewichtsuchenden oder Interpreten des sterbenden Schwans wurden. Nein ich war nicht schadenfroh. Und nein, ich habe mich auch nicht an fremdem Leid gelabt. Aber es war doch einfach herzerweichend. Vor allem als meine Begleitung ein Licht herausholte und den Spaziergängern damit den Weg weisen wollte. Nun war komplette Verwirrung angesagt. Hielten sie das Spotlight für ihre Bühne? Für ihre drei Sekunden Ruhm? In jedem Fall wurden ihre Lufttritte immer tollkühner. Um uns nicht zum Mittäter zu machen, stiegen wir darauf um, die herannahenden Personen verbal auf den drohenden Abstieg aufmerksam zu machen. Jedoch ohne Erfolg. Man überhörte uns einfach und stolperte lustig weiter. Ok dachte ich mir, wer nicht hören will muss fühlen. Und so widmete ich mich nun ohne Skrupel dem Training von Zwerchfell und Bauchmuskulatur. Ich folgte meinem inneren Instinkt und kicherte herzhaft. Dennoch machte ich beim verlassen des Tatortes drei Kreuze, nicht Zeuge eines schmerzhaften Abstiegs geworden zu sein. Und ich hatte es bereits geahnt… Gerade noch hatte ich es gesagt… Und dann stolperte ich als selbsterfüllende Prophezeiung über die letzte Stufe. Und mein Kichern wurde zu herzhaftem Lachen…

Hach ja…. Lachen ist ja so gesund :)