Dating 2.0 – Gruselkabinett Online (Teil1): Aller Laster Anfang…

Kennt ihr noch die kleinen Zettelchen aus Schulzeiten? Mit besagter Frage: „Willst du mit mir gehen?“ – „Ja“ „Nein“ „Vielleicht“ Tja… Manche Datingportale sind der reload davon. Mit vorgefertigten Antwortmöglichkeiten wie „Dein Foto gefällt mir“, „Ich schicke dir einen Kuss“ etc. soll man hier das Interesse des anderen Geschlechts erwecken können. Ist das euer Ernst liebe Datingportal-Erfinder? Aber von vorn….

Letztens erzählte mir eine Freundin, dass sie seit einiger Zeit bei einem Online-Datingportal angemeldet ist. Der erste Gedanke, der mir in den Kopf schoss, war: Warum? Was um alles in der Welt war geschehen? Denn nach wie vor hat das Vorhaben einen potenziellen Partner via Onlineportal kennenzulernen, zunächst erstmal einen komischen Beigeschmack. Zumindest bei mir. Ja, ich gebe es zu, da trage ich Vorurteile mit mir herum. Denn irgendwie hat es doch noch immer den Ruf des Supermarkt der Eitelkeiten, einer Spielwiese. Und so ist die erste Frage die wohl oft damit einhergeht, wenn man davon erfährt: Hat er/sie/es das nötig und warum? Und so stellte auch ich mir genau diese Frage. Ich kenne meine Freundin als einen zwar etwas schüchternen, aber durchaus aufgeschlossenen und vor allen geistig fitten Menschen. Sie ist neugierig, begeisterungsfähig,… Ich könnte diese Liste fortsetzen. Und dann sah sie an, wie sie da vor mir saß. Mit den großen, schönen Augen, der zierlichen Figur, einem verlegenen Grinsen im Gesicht. Ja, auch das konnte sich sehen lassen. Vielleicht strahlte sie einen gewissen Anspruch aus, aber war es das, was Männer in der Realität abschreckte? Oder hatte ich etwas übersehen? War sie komisch, kompliziert, etc.? Sie musste das Fragezeichen in meinem Gesicht bemerkt haben, denn sie begann zu erklären: „Online fragen mich die Männer jetzt auch ständig:  Du bist single? Warum? Du kannst doch an jeder Hand drei haben?“ Typisch Mann, dachte ich mir, geht mal wieder nur nach dem Äußeren. Ich schüttelte den Kopf. Und genau das ist wohl das Problem. Schöne Frauen werden oft nur als schön wahrgenommen. Das Dahinter interessiert gar nicht erst. Oder sagen wir, es interessiert zunächst erstmal nicht. Das „Schön“ schreckt im wahren Leben ab. Oder aber es wird gleichgesetzt mit Selbstbewusstsein und damit einhergehend, mit der Gabe, selbst  ‚einen Mann klar zu machen‘. Was für eine Krux. Denn oftmals besitzen sie diese Gabe eben nicht. Und wenn sie dann tatsächlich doch mal selbst die Initiative ergreift, wird sie oft als schnell zu haben, willig, oder was auch immer abgestempelt und bekommt mitunter auch nicht das, was sie sich im Grunde ihres Herzens wünscht: Einen festen Partner. Und so findet sie sich dann plötzlich in einem der besagten Onlineportale wieder, bietet sich an wie Ware.

„Und“, fragte ich sie nun wirklich neugierig geworden, „ist es denn online erfolgreicher als in der Realität?“ Und damit hatte ich einen Stein ins rollen gebracht. „Nein, es ist genauso frustrierend…“ Denn online schreckt das „Schön“ zwar erstmal nicht ab, ruft aber allerlei Bewunderer aufs Spielfeld, die dennoch auch nur auf die schöne Fassade anspringen, in der Hoffnung sich damit brüsten zu können. Und dann erzählte sie mir die gruseligsten Geschichten. Das schreit geradezu nach Potenzial für diverse sarkastische Anekdoten. Und so beschloss ich: Das muss ich am eigenen Leib/Geist erfahren. Immerhin bin auch ich Single und kenne den Wahnsinn „Partnersuche“. Warum also nicht den Versuch starten, mit einem Vorurteil aufzuräumen. Oder aber Es zu nähren und wachsen zu lassen ;) Und so war ich kurze Zeit später skeptische Besitzerin eines Profils bei einer Online-Datingplattform. Nach einer Woche beharrlichen Ignorierens meiner neuen Onlinepräsenz, beschloss ich nun doch mal einen Blick in meinen Account zu werfen. Mein Status nach nur einer Woche: Favorit von 6 Personen, 160 wollen mich treffen. Wou, was war denn hier los? Was für eine Ausbeute, dachte ich mir und machte mich ans Lesen der ersten Post. Aber weit gefehlt… Meine anfängliche Euphorie wurde mit Füßen getreten, zerplatzte wie ein Luftballon, nahm die Füße in die Hand und rannte davon. Kurzum, sie sollte nicht lange anhalten. Das „Grauen“ nahm seinen Lauf. Wüste Beschimpfungen, übertriebene Anmachsprüche, verkappte Dichter & Denker (die aber auch lieber verkappt bleiben sollten), etc. Wobei ich betonen möchte: Hin und wieder gab es auch Lichtblicke. Und damit meine ich Männer, die geradeaus reden können. Männer, welche die Gabe besitzen eine normale Konversation zu führen. Und ich danke diesen Lichtblick-Männern, dass ich Dank ihnen den Glauben an die Männerwelt noch nicht ganz verloren habe ;P

Nun brennt ihr sicher darauf von all den Wunderlichkeiten, die mir dort wiederfahren sind, zu erfahren. Leider muss ich euch an dieser Stelle enttäuschen, denn es sind einfach zu viele, um sie in einen einzigen Artikel reinzuquetschen. Deshalb habe ich beschlossen eine kleine Reihe daraus zu machen und euch nach und nach an all dem Wahnsinn teilhaben zu lassen.

Fortsetzung folgt…

Von Elefanten…

Da bist du gut gelaunt und nichts ahnend unterwegs, willst dir mal wieder etwas richtig Schönes gönnen und dann das… Du wirst mit einer Geschichte konfrontiert, die du gerade in die unterste Schublade abgelegt hattest. Eine Sache, die du gerade in Sack und Tüten verpackt hattest. Eine Erinnerung, über die endlich das erste bisschen Gras gewachsen war. Und dann kommt da Jemand und reißt die Schublade wieder auf, rupft den Sack lieblos auseinander, trampelt die zarten Grashalme wieder nieder. Manchmal ist es nur eine kleine Bemerkung, die dir augenblicklich die Gesichtsmuskeln einfrieren lässt, aber nach einem kurzen Schockmoment überwunden ist. Aber manchmal ist es eben nicht nur eine kurze Aussage. Manche Menschen schaffen es wie wild in einer gerade verschlossenen Wunde zu bohren als hätten sie Spaß daran den Finger immer weiter und weiter hineinzudrehen. Soll ja auch nen Effekt haben nicht wahr?! Und den hat es, wenn es um verletzte Gefühle geht. Und du denkst dir. Herzlichen Glückwunsch: Der Kandidat erhält 100 Punkte. Jackpot. Guten Tag, lieber Elefant im Porzellanladen.

So geschehen erst letztens einem guten Freund von mir. Und ich war dabei :(

Kurz zur Vorgeschichte. Er hatte Jemanden kennengelernt und schnell bemerkt, dass es nicht passte. Denn die junge Frau die er da kennengelernt hatte, war eigentlich noch nicht über ihren Ex hinweg und nutze ihn nur als Ablenkung, Sprungbrett, Egobooster… Und doch traf er sich immer wieder mit ihr. Der Himmel verstehe warum, aber er mag seine Gründe gehabt haben. Irgendwann war aber auch sein Fass an emotional erträglichen Gräueltaten ihrerseits übergelaufen und er hatte den Kontakt abgebrochen. Doch wie es der Zufall so wollte lief er ihr immer wieder über den Weg und ließ sich schließlich doch wieder breitschlagen. Traf sich erneut. Um erneut festzustellen: Das tut mir nicht gut. Was habe ich doch für Stoßgebete zum Himmel geschickt, dass diese unsägliche Geschichte mit der ihm nicht gut tuenden Frau, ein Ende haben würde. Nicht, dass ich ihm keine Freundin gönne. Nein, ganz im Gegenteil. Ich wünsche ihm sogar ganz sehr, dass das Glück auch endlich an seine Tür klopft. Aber eben nicht mit dieser emotional unentschlossenen Dame. Und was für Lobeshymnen und Dankesreden habe ich geschwungen, als er es abermals schaffte sich von ihr loszusagen.

Aber er hatte wohl etwas geflunkert. Oder seine Wunschgedanken waren seinem Seelenleben um Meilen voraus. Denn plötzlich stand da auf einer Party ein Elefant –  in Form einer Freundin der jungen Dame – vor uns und sprach ihn auf eben diese Dame an. Und begann die gerade abgeschlossene Geschichte wieder hochzukochen. Und beim Anblick meines Freundes musste ich feststellen: Da war wohl doch noch mehr Emotion im Spiel als ich es ihm in diesem Moment wünschte. Denn wie ich später erfuhr, war es gar nicht er gewesen, der nach dem zweiten Anlauf den Kontakt abgebrochen hatte. Vielmehr war der Kontakt eingeschlafen. Oder noch präziser gesagt, besagte Dame meldete sich einfach nicht mehr und er ließ es geschehen, konnte sich denken warum und sah es als Chance die Geschichte endlich ein für allemal zu begraben. Die Verletzung hatte sich wohl dennoch tief in sein Herz gegraben. Nun denn, wir standen also vor dieser aufgedrehten jungen Frau, die plötzlich haltlos über ihre Freundin und ihren Ex-Ex zu tirilieren begann. Dass die beiden doch einfach wie Topf und Deckel seien. Dass sie sich doch schon seit der Grundschule kannten und immer wieder zusammen und getrennt waren. Dass da nie wirklich Jemand anderes eine Chance hatte. Dass dies doch ein Zeichen sei, dass sie einfach zusammengehören würden, bla bla bla. Während sie sich immer weiter in ihren Redeschwall vertiefte ohne zu bemerken, dass sie meinem Freund damit sämtliche Zäune auf einmal über den Schädel zog, sprach ich innerlich die schrecklichsten Verwünschungen aus. „Ah ah ah, wirst du wohl deine so süße, rot geschminkte Zuckerschnute halten, aus der gerade nur Gift spritzt!?“ Gedanklich band ich sie an einer Rakete fest, zündete sie an und wünschte einen guten Flug. Und mit ihr, ihre emotional unenschlossene Freundin. Ich überlegte krampfhaft wie ich meinen Freund aus dieser Situation „befreien“ konnte. Denn ganz offensichtlich war er selbst nicht mehr dazu in der Lage. Aber es war bereits zu spät. Ich sah seine Gute Laune, die er noch vor wenigen Sekunden hatte, quasi die Beine in die Hand nehmen und davonrennen. Ich sah wie das Leuchten in seinen Augen verschwand und sich stattdessen dieser traurige Schleier um seine Pupillen legte. Ich spürte, wie sich die gerade verdauten miesen Gefühle wie Klebstoff um sein angegriffenes Herz legten und sich festklammerten. Und ich mochte den Elefant in diesem Moment außerordentlich wenig, auch wenn er wohl keine bösen Absichten hatte und unter anderen Umständen hätte ganz nett sein können. Ich wollte, dass es meinem Freund gut ging. Ich wollte, dass auch ihn endlich mal das Glück heimsuchte und nicht ständig das Pech an seine Tür klopfte. Aber es war zu spät. Mühsam hatte er sich wieder aufgebaut und in Sekunden war dieses noch etwas wackelige Gerüst durch den besagten Elefanten im Porzellanladen wieder eingerissen worden. Und ich fragte mich einmal mehr. Warum sind manche Menschen vom Glück verfolgt und andere müssen sich so wahnsinnig anstrengen um auch nur ein Quäntchen davon abzubekommen. Das hat er nicht verdient!

Und dann durchstöberte ich mein Gefühlsleben und musste feststellen, dass es auch bei mir Personen und Ereignisse gibt, die ich sorgfältig verpackt habe. Die aber jederzeit, trotz „Akte geschlossen“ dank eines Elefanten wieder aufgerissen werden können. Denn da hängen nun einmal Erinnerungen und Gefühle dran, die bei jeder noch so kleinen Stimulans wieder akquiriert werden können. Egal ob einem dieser Mensch oder dieses Ereignis noch etwas bedeutet oder nicht. Einfach nur weil sie eine Furche hinterlassen haben über die jede ähnliche Erfahrung, jedes ähnliche Erlebnis stolpert und die Alarmglocken zündet. Und dann schrillt es von allen Seiten und alles was man tun kann ist: weg. Elefant stehen lassen, Füße in die Hand nehmen und einfach nur weg. Bevor der Elefant die zartgrüne Wiese wieder in einen Morast verwandelt.

Und so zerrte ich meinen Freund weg von diesem Elefant, pustete wie blöde, dass die Worte von eben sofort wieder seinen hübschen Kopf verlassen würden und begann abermals Stoßgebete gen Himmel zu schicken…

Anfälle von Dämlichkeit

Hin und wieder leide ich an Anfällen von Dämlichkeit. Oder eigentlich ziemlich häufig und in regelmäßigen Abständen. Bei mir resultieren diese zumeist aus einer melancholischen Stimmung heraus. Und auch oft nur aufgrund der modernen Technik und meiner Gabe zu kommunizieren. Würde man mir in diesen Momenten sämtliche Kommunikationsmittel entwenden, die Hände fesseln oder auch den Mund zukleben, wäre sicher schon der eine oder andere Fall von Dämlichkeit an mir vorübergegangen bzw. hätte ich ihn nicht aktiv ausüben können. Es tröstet mich jedoch, dass ich damit nicht allein bin. Oder sollte mich dies eher in Bestürzung versetzen?

Wie dem auch sei, wie ich aus diversen Gesprächen mit Freunden weiß, gibt viele Schwachsinnige. Vornehmlich Frauen. Ich habe schon überlegt, ob ich eventuell eine Marktlücke entdeckt habe, die es zu füllen gilt: Ein Mittel gegen Schwachsinnige (Frauen). Ein Mittel gegen Anflüge von Dämlichkeit. Ich bin aber zu der Erkenntnis gekommen, dass dagegen wohl kein Kraut gewachsen ist. Man muss also durch, durch diese Anfälle von Dämlichkeit. Was damit konkret gemeint ist?

Ein besonders treffendes Beispiel: Frauen stehen auf Ärsche. Also nicht den Arsch als Körperteil (vielleicht auch das, aber der sollte sich hier nicht angesprochen fühlen), sondern den Arsch in Person. Zwar betonen sie immer wieder, dass sie ja eigentlich einen Mann haben wollen, der sie so liebt wie sie ist, der sie auf Händen trägt, der lieb ist, etc, aber all zu oft macht ihnen ihr Hang zur Dämlichkeit einen Strich durch die Rechnung. Denn letztlich landen sie dann doch wieder bei den Typen, bei denen sie um Aufmerksamkeit, Beachtung und Ansehen kämpfen müssen. Sind wir Frauen also sadistisch? Ich will natürlich wie immer nicht behaupten, dass es diese Geschichten nicht auch genau anders herum gibt: Also Frau verarscht Mann. Leider ist mir nur eben der andere Fall öfter zu Ohren gekommen. Frauen sind und bleiben eben oft gefühlduseliger als Männer. Oder sollte ich sagen,  Frauen verspüren öfter als Männer den Drang nach Beständigkeit und verschwenden deshalb wertvolle Minuten ihres Lebens an völlig aussichtslose Geschichten?! Wie auch immer: Ich würde wirklich gern eine ‚Pille dagegen‘ entwickeln, die dagegen immun macht…

Umso feierlicher, wenn einer Frau der Absprung von der Dämlichkeit gelingt. Und genau aus diesem Grund habe ich einen Sekt aufgemacht. Und angestoßen. Auf Rike. Eine Freundin, die es endlich geschafft hat auf ihr Wohlergehen zu achten. Rike ist frisch verliebt in einen wirklich „lieben“ Typen. Und das ist das Beste was ihr passieren konnte. Denn anderenfalls wäre sie vielleicht nie von diesem unsäglichen Exemplar Mann weggekommen, an das sie die letzten Wochen und Monate ihre Energie verschwendet hat und so viele Anflüge von Dämlichkeit heraufbeschworen hat.

Mitunter glaube ich aber, dass diese unsäglichen Gefühlsautisten nicht einmal mit Absicht so sind. Sie wissen einfach selbst nicht was sie wollen. Sie hoffen auf Besseres. Warten auf das große Los, die Explosion. Und verpassen darüber vielleicht die Chance einfach nur glücklich werden zu können. Denn oftmals sind die großen Feuerwerke leider auch die Geschichten, die verbrannte Erde hinterlassen. Die einfach nicht gut tun. Die das Herz in einen Kasper verwandeln.

Aber zurück zum Paradebeispiel Rike. Sie hatte also ihr Herz, oder ihren Verstand, an einen Mann namens David gekettet. Einen Mann, dem sie immer wieder Chancen ermöglichte, die er nicht ergreifen wollte und stattdessen unter dem Deckmantel der Freundschaft all die Dinge mit ihr tat, die Freunde eben nicht tun. Man war also offiziell nur befreundet, wobei dieser Begriff bei den Beiden eben sehr dehnbar war… Da dreht sich mir der Magen um. Sex mit einem Freund? Also jedem das Seine, aber angesichts der Tatsache, dass Rike damit nicht wirklich glücklich war eben eher fragwürdig. Und deshalb fragte ich auch: „Hast du dich mal gefragt, ob er das mit jeder seiner ‚Freundinnen‘ macht?“, „Bist du es nicht leid eine unter Vielen zu sein, die sein Ego boosten?“. Und sie schaute mich betroffen an und erklärte: „Ja ich weiß auch nicht warum ich mir das antue. Aber ich… Ach ich weiß es doch auch nicht…“ Ich war gelinde gesagt geschockt. Da saß eine schöne Frau vor mir und dieser komische Kauz sollte der Einzige sein, der ihr etwas Zuneigung schenken wollte/sollte? In meinem Kopf ratterte es. Der Wunsch nach einer ‚Pille dagegen‘ schoss augenblicklich wieder in mein Hirn.

Das erstaunliche an diesen Geschichten aber ist, dass wenn Frau von ihren Anfällen von Dämlichkeit genesen ist, der Mann nachzieht. Denn just in dem Moment, als Rike kein weiterreichendes Interesse mehr an David hatte als Freundschaft, wurde dieser von Anfällen von Dämlichkeit geradezu geschüttelt. Nun beginnt er zu fühlen und zu handeln. Meint, er müsse um sie kämpfen. Glaubt, dass da doch noch mehr ist als bloße Freundschaft. Sieht seine Fälle schwimmen. Paddelt wie wild auf sie zu. Und alles was ich hoffe ist, dass sie fest in ihrem neuen Boot sitzt. Mit einem strahlenden Lächeln ihr gegenüber. So, dass sie den Sonnenschein, der sie plötzlich umgibt, gar nicht mehr bemerkt. Denn: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! Tja und damit ist nun plötzlich David derjenige, dessen Gedanken nur noch um sie kreisen. Der sich einreden muss, dass sie eigentlich eine dumme Gans ist, nur um sich nicht eingestehen zu müssen, dass er seine Chance verpasst hat. Ich bin gespannt was er noch so anstellen wird, zu welchen Taten und Handlungen ihn die Anflüge von Dämlichkeit treiben werden… Und ich kann es nicht lassen, aber die Pille dagegen scheint mir eine rechte Goldgrube ;P

Liebe Hormone!

Kennt ihr das? Die regelmäßig anfallenden Momente/Tage/Wochen Herz im Monat, in denen man von sentimentalen Anfällen, Sehnsüchten und emotionalen Ausbrüchen geradezu geschüttelt wird? Und alles nur, weil die Hormone launisch sind und nach einem kurzen Hoch ins nächste Tief abrutschen. Was kann ich denn dafür, dass ihr so sensibel seid? Also bitte lasst das gefälligst nicht an mir aus! Letztlich wäre das ja aber noch zu ertragen. Viel schlimmer ist es, dass diese Diven auch noch meinen in regelmäßigen Abständen ein Verhalten an den Tag legen zu müssen, was einen hin und wieder zu einer lächerlichen Marionette werden lässt. So kann das nicht weitergehen habe ich beschlossen. Und da Kommunikation ja oft der erste Schritt zur Klärung eines Problems ist, habe ich mir die Zeit genommen um mit den werten Untermietern in Kontakt zu treten. Immerhin hausen sie für günstige Konditionen und könnten sich deshalb auch mal an ein paar Regeln halten. Leider sind die Damen und Herren so mit all ihren Eskapaden ausgelastet, dass man sie einfach nicht ans Telefon bekommt. Irgendjemand und irgendwann muss aber mal auf den Tisch gehauen werden, also her mit dem guten, alten Brief.

Liebe Hormone,

um gleich mal vorweg eines klarzustellen: Ihr geht mir gehörig auf den Zeiger! Wie lange kennen wir uns jetzt bereits, fast 30 Jahre?! Da solltet ihr mich also besser kennen oder habt ihr Spaß daran mich zu verärgern? Denn irgendwie macht ihr immer genau das, was ich am wenigsten in ohnehin brenzligen Situationen gebrauchen kann. Natürlich nicht immer, hin und wieder hatten wir auch eine ganz gute Zeit. Aber das war irgendwie mal. Beziehungsweise schafft ihr es immer dann, wenn ich gerade wieder mühsam Vertrauen in euch erarbeitet habe, dieses sofort wieder einzureißen. In letzter Zeit liegt ihr nämlich leider ziemlich oft ziemlich daneben. Und treibt mich damit in regelmäßigen Abständen in den Wahnsinn.

Ich habe lange nichts gesagt, denn ich bin ein sehr leidensfähiger Mensch, aber nun is‘ auch mal genug. Immerhin biete ich euch sehr kostengünstig eine nette Unterkunft. Da wäre wohl ein wenig Rücksicht angebracht. Also was versprecht ihr euch davon, eurer Heim in regelmäßigen Abständen in eine Gefahrenzone zu verwandeln? Steht ihr auf den Nervenkitzel? Das würde mich wirklich mal interessieren. Wenn ich nun solche Manieren an den Tag legen würde. Also mal Klartext…

Warum zum Beispiel seid ihr so leicht zu verstimmen? Es nervt, dass ihr von jetzt auf gleich von himmelhochjauchzend zu zutodebetrübt switchen könnt. Wer soll denn da mitkommen? Ein Lied, ein Wort, ein Blick, eine Geste, was auch immer und ihr spielt verrückt und verwandelt mich in Sekundenschnelle von der eben noch friedfertig, strahlenden miss sophie in ein marginales Häufchen Elend, dass mit aller Gewalt gegen aufsteigende Wut, Verletzung, Sentimentalität, etc. ankämpfen muss, um nicht augenblicklich irgendwelche Dummheiten zu begehen, Gefühlsausbrüchen zu unterliegen und damit zu allem Überfluss gegebenenfalls ein noch jämmerlicheres Bild abzugeben. Und was fällt euch dann zum Trost ein: Hunger. Und was mache ich um euch wieder zu besänftigen: essen. Und dann? Dann setzt nicht etwa die Genesung ein sondern der pure Stress. Denn was bleibt ist ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner körperlichen Konstitution und meinem Geldbeutel, welcher dann wieder einmal gähnende Leere offenbart, weil ihr mich zu später Stunde von meiner gemütlichen Couch hochpeitscht und zum nächsten überteuerten Spätkauf treibt.

Nennenswert sind auch Situationen der Entscheidung. Habe ich einen Entschluss gefasst, kann ich quasi die Minuten an einer Hand abzählen, bis ihr aufmuckt und irgendein Gegenargument hervorzaubert. Und wenn ich dann so nett bin, dieses zu prüfen und vielleicht sogar für ein gutes Argument zu erachten, habt ihr euch schon wieder anders entschieden. Ja, ne, vielleicht, ich weiß nicht. So wird das nichts Freunde. Das bringt letztlich nur komplette Verwirrung und einen körperlich wie emotional äußerst haarsträubenden Zustand: Nämlich wie Drahtseil gespannte Nerven und Unzufriedenheit.

Völlig idiotisch verhaltet ihr euch übrigens auch jedes Mal, wenn ich einen Mann auch nur ansatzweise interessant finde. Denn wenn ihr mal zuschlagt, dann mit Karacho, aber ohne mich vorher mal zu fragen. Was ich jedoch am wenigsten verstehe und mir regelmäßig böse Schimpfwörter ins Gehirn treibt: Wenn ihr mir dann ein paar Glücksmomente habt zuteil werden lassen und merkt, dass ich mich eurem Interesse beuge, dann zieht ihr entweder die Notbremse oder lasst mich schön gegen die Wand rennen. Natürlich auch mit Höchstgeschwindigkeit. Super wie ihr es in solchen Fällen schafft aus mir einen undurchschaubares Etwas zu machen, vor dem jeder noch so tapfere Krieger die weiße Flagge hissen muss. Oder aber mich an völlig aussichtslosen Situationen die Zähne ausbeißen und Dummheiten machen lasst, die eindeutig belegen, dass ich – oder sollte ich besser sagen ihr – wohl den Verstand verloren haben muss/müsst. Aber anstatt mir danach über den Verlust hinweg zu helfen, ihr biestigen Scheusale, macht ihr mich dann zu einem emotional verstimmten, sich in Selbstmitleid (was für eine fürchterliche Eigenschaft!!!) auflösenden Jammerlappen.

Ich werde jedenfalls das Gefühl nicht los, dass ihr all zu oft nicht wisst was ihr wollt. Und wenn ihr schon auf derartige Achterbahnfahrten steht, dann habt danach zumindest auch den Arsch in der Hose und helft mir bei der Schadensbegrenzung. Schließlich bin ich euer Heim und ihr solltet ein Interesse daran haben dies nicht zu zerstören. Oder wollt ihr auf der Straße landen? An dieser Stelle ist es nun angebracht mal mahnend den Zeigefinger zu erheben und zu predigen: Werdet euch doch bitte erst einmal selbst darüber klar was ihr wollt, bevor ihr andere – in diesem Fall mich – da mit reinzieht. Schließlich bin letztlich ich diejenige, die da mit ihrem Gesicht steht, die ihren Kopf hinhalten muss. Ihr hingegen könnt euch schön dahinter verstecken. Also behandelt mich bitte auch dementsprechend und tanzt mir nicht auf der Nase herum. Und da wir noch ein paar gemeinsame Jahre vor uns haben würde ich deshalb vorschlagen, dass ihr euch mal ein wenig zusammenreißt. Wäre das möglich? Anderenfalls muss ich wohl härtere Sanktionen ergreifen.

Also Freunde! Ein Vorschlag zur Güte, denn ich bin ja im Grunde meines Herzens ein sehr friedfertiges und harmoniebedachtes Wesen: Wenn ihr schon nicht weichen wollt, könnt oder wie auch immer, dann helft doch stattdessen mal zwischen mir und den von euch provozierten Emotionen zu vermitteln! Wie wär’s damit? Akzeptieren, dass es so ist wie es ist, ohne große Erklärungen dafür zu suchen? Vielleicht sogar mal den Gedanken Flügel verleihen? Denn Verstand nicht das Gespür kontrollieren lassen? Das würde zumindest meinem Selbsterhaltungstrieb etwas entgegenkommen, denn ich habe keine Lust mich jedes Mal nach euren Eskapaden neu aufbauen zu müssen.

In diesem Sinne verbleibe ich mit HERZlichen Grüßen und gelobe Nachsicht, wenn ihr Besserung gelobt :)

Eure miss sophie

Humor macht sexy

Gerade las ich die Schlagzeile: „Humor macht sexy.“ Was für ein Klopper. Mir jedenfalls schossen sogleich etliche Fragen in den Kopf und tanzen dort nun lustig Polka. Machen wirklich ausnahmslos alle Arten von Humor sexy oder nur bestimmte? Inwiefern wirkt Humor sexy? Und, und, und…. Wissbegierig konsumierte ich also den Artikel und musste dabei, wie so oft, einfach nur den Kopf schütteln. Interessant ist nämlich, wie der Artikel dieses eigentlich jubelwürdige Ergebnis – Hallo, Humor macht sexy, dass bedeutet es ist etwas dran an der Aussage ‚Es kommt auf die Inneren Werte an!‘ – belegt. Fakt ist, der Artikel kann damit sehr wohl die humorvolle Seite eines Jeden erwecken, nämlich die Lachmuskeln.

Gehen wir also näher ins Detail der Studienergebnisse. „Sie suchen noch einen Partner? Dann lachen Sie!“, „Ihre Haare sitzen heute schlecht? Und das, obwohl Sie ein Date haben? Kein Problem, lachen Sie einfach drüber!“, um nur zwei Situationen zu zitieren, die besagter Artikel als ‚man besitzt Humor‘ ausweist. Na wunderbar… Das klingt ja wie Lachyoga. Herzlich willkommen in der Esoterik. Erstens: Lachen allein macht meiner Meinung nach noch lange keinen Humor aus! Zweitens sind 250 Probanden ebenfalls meiner Meinung nach nicht unbedingt repräsentativ. Und Drittens: Humor wirkt sicherlich anziehend, aber der Grund dafür ist bestimmt nicht die Gabe über schlecht sitzende Haare oder ähnliche alltägliche Malörchen schmunzeln zu können. Natürlich ist mir bewusst, dass besagte Situationen wohl aussagen sollen: ‚Wer Stärke und Selbstbewusstsein besitzt und über Malörchen wie diese lachen kann anstatt zu weinen, der ist bei sich selbst und wirkt damit attraktiv und eben auch sexy.‘ Aber trotzdem, warum muss man denn gleich wieder alles auf die Beziehungsschiene ziehen? Als wenn Humor nur für Partner-Suchende von Belang wäre. Und als ob es bei der Partnersuche wirklich nur auf Humor ankäme…

Aber es kommt noch besser. Männer, so die Aussage des Artikels weiterhin, würden Humor guten Aussehens vorziehen, weil Witz noch mehr als der äußerliche Zustand einer Frau ‚Jugend und Fruchtbarkeit‘ signalisiere. Hm… Und warum stehen dann so viele Männer immer nur auf die schönen Frauen? Frauen hingegen fänden humorvolle Männer attraktiver als Schöne, weil sie in verspielten Männern eher ihren Wunsch nach einem nicht aggressiven Partner erfüllt sähen. Die Chance dass diese Männer ihrem Nachwuchs also keinen Schaden zufügen ist größer als bei nicht humorvollen Männern. Also bei aller Liebe… Ihr wollt mir doch nicht erzählen, dass Frau (und eben auch Mann) beim Kennenlernen die für sich attraktiv wirkenden Männer (bzw. Frauen) ausklammert weil sie schädlich für potenziellen Nachwuchs sind?! Also ich checke jedenfalls beim ersten Kennenlernen nicht zu aller erst ab, ob das Gegenüber meinen potenziellen Nachwuchs gefährden könnte. Aber vielleicht sollte man das hin und wieder tun, denn wer den Nachwuchs gefährdet, gefährdet vielleicht auch die eigene Persönlichkeit? Hm… Sollte mir das also zu denken geben? Dennoch bin ich der Meinung, dass man sich beim ersten Blick natürlich immer auch für Diejenigen interessiert, die einen optisch ansprechen (und da liegt natürlich im Auge des Betrachters, was anziehend und sexy wirkt). Aber gut, das Eine (Optik) muss ja das Andere (Humor) nicht ausschließen. Oftmals ist es aber leider nicht der Fall und man fällt erst einmal auf die nette Fassade herein, hinter der sich dann Abgründe verbergen… ;P

Fazit des Artikels ist es dann: „Lachen ist nicht nur gesund und macht sexy, sondern hilft uns auch, den perfekten Partner zu finden!“ HaHaHaHa…. in Endlosschleife. Also wirklich! Wir haben ja kapiert, dass Humor anziehend wirkt, aber ich denke da gehört weitaus mehr dazu, als die Bereitschaft über sich lachen zu können und nicht alles bierernst zu nehmen. Mir ist durchaus bewusst, dass hier lediglich steht ‚hilft‘. Und mir ist auch klar, dass der Artikel wohl weniger auf die Situation des eigentlichen, ersten Kennenlernens abzielt, als vielmehr auf ein ‚man kennt sich schon länger und lernt den anderen zu schätzen‘. Dennoch! So einfach ist das eben nicht. Oder warum gibt es so viele humorvolle Singles? Na, na?

Ein Freund offenbarte mir angesichts dieser Frage, dass Humor und Sexyness oftmals zu viel des Guten sind. Wie jetzt? Ich bekam große Kulleraugen mit tausend Fragezeichen darin. „Na humorvoll UND sexy zusammen macht Angst.“ Puh, wenn das so ist… Dann beweine ich an dieser Stelle all Diejenigen, die beides besitzen und noch keinen Partner haben. Eure Chancen durch euren Humor Jemanden anzusprechen sind also eingeschränk ;P

Schlussendlich muss ich wohl wieder einmal hinnehmen, nicht auf all meine wissbegierigen Fragen eine zufriedenstellende Antwort zu erlangen. Denn letzten Endes liegt auch hier wieder einmal Alles im Auge des jeweiligen Betrachters. Eines bleibt aber festzuhalten, dass es nichts bringt sich an bestimmten Eigenschaften zu verbeißen und diese katalogartig zu erwirtschaften, denn Perfektionismus wirkt verbissen und demnach unsexy. Und wer krampfhaft versucht Humor zu versprühen tut wahrscheinlich alles Andere als das. Und letztlich spielt wie immer vieles Zusammen. Also sollten wir uns, inklusive mir, wohl einfach über diese neue bahnbrechende Erkenntnis freuen. Juhu! Immerhin haben so also auch die schrägsten Typen die Chance Jemanden zu bezirzen. :) Es lebe der Humor!!!

Nachtrag: DIESER ARTIKEL IST MIT HUMOR ZU NEHMEN ! :)

Handlungsunfähig

Es gibt Situationen im Leben eines Jeden, da muss man einfach Handeln. Tut man es nicht, hat man seine Chance verpasst. Aber es gibt Menschen, die tun genau das. Sie verkennen die Situation. Handeln – Fehlanzeige! Stattdessen labern und labern sie. Und reden letztlich alles tot. Dann ist es nicht mehr nur wahnsinnig schwierig je wieder in eine solche Situation zu kommen, sondern durchaus vorstellbar, dass das Gegenüber gar nicht mehr in diese Situation kommen möchte. Aus die Maus!

Ein Beispiel: Ein Club. Musik. Sich zum Rhythmus der Musik bewegende Körper. Zwei Menschen. Ein Blick. Knistern. Die Nacht wird zum Tag. Man wandelt gemeinsam aus dem Club. Ein lauer Sommermorgen. Die Sonne geht gerade auf und man entschließt sich spontan gemeinsam in einem See baden zu gehen. Und dann… dann müsste er kommen, der Kuss. Aber er kommt nicht. Man tut es als Zurückhaltung ab und trifft sich noch einmal. Und wieder wartet man vergebens auf den Kuss. Man trifft sich und trifft sich, und nichts passiert. Schließlich fragt man sich was da wohl los ist? Hallo, wir leben nicht mehr im 18. Jahrhundert. Küssen vor der Ehe ist durchaus erlaubt. Irgendwann ist die Luft raus. Dann handelt man eben doch selbst, aber dann heißt es: Schön dich kennengelernt zu haben, aber ich schau mich dann mal anderweitig um. Und was bleibt ist die Erkenntnis, dass das Gegenüber einfach nicht erkennt was ihm/ihr entgeht und natürlich die Frage, warum man selbst nicht schon viel eher einen Schlussstrich gezogen hat.

Natürlich überlegt man ob die Handlungsunfähigkeit an mangelndem Interesse liegt. Und natürlich kann dies durchaus der Fall sein. Wenn man allerdings Beiträge wie „Die Schmerzensmänner“ von Nina Pauer liest, scheint es sich hierbei mitunter eben nicht um Desinteresse zu handeln, sondern um ein rapide ansteigendes gesellschaftliches Phänomen: Die von ihr so betitelte „jungmännliche Identitätskrise“. Nicht mangelndes Interesse sondern wachsende Verunsicherung sei das Problem. Da dürfte es wohl ein Wunsch bleiben, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, das Richtige zu tun… Ein trauriges Fazit. Ich würde jedoch behaupten, dass dies nicht nur ein männliches Problem ist. Frauen stehen dem in nichts nach. Aber warum in aller Welt fällt es den Menschen heute immer schwerer Signale zu deuten und zu Handeln, richtig zu Deuten und zu Handeln? Wo ist die Abenteuerlust geblieben, der Wunsch die Welt aus den Angeln zu heben? Ein bisschen Nervenkitzel muss doch sein. Sind wir also zum Schauspieler unseres eigenen Lebens geworden? Haben wir es verlernt zu tun wonach uns ist? Oder tun wir nicht wonach uns ist, weil wir gar nicht wissen wonach uns ist? Nein, ich glaube an die Handlungsfähigkeit des Menschen, ich will daran glauben!!! Man muss es nur üben ;) Auch wenn dies bedeutet, dass man hin und wieder in Situationen gerät, in dem das Handeln lieber ein Wunschtraum im Kopf des Handelnden geblieben wären.

Denn so gibt es auch Situationen im Leben eines Jeden, da sollte man lieber nicht Handeln. Tut man es doch, wird es peinlich und/oder lästig. Aber es gibt auch hier Menschen, welche die Gabe besitzen, diese Situationen zu missdeuten. Signale erkennen – Fehlanzeige! Langsam antasten – wo denkst du hin?! Stattdessen schalten sie den Turbogang ein. Reden wird überbewertet. Sie handeln und tun genau das Gegenteil von dem was man signalisierte.

Ein Beispiel: Ein Club. Musik. Sich zum Rhythmus der Musik bewegende Körper. Zwei Menschen. Ein Blick. Das Signal: Sprich mich nicht an. Man dreht sich weg. Plötzlich steht er wieder vor einem. Man dreht sich abermals weg. Und da, was ist das? Er rubbelt tatsächlich an deinem Hintern. Man dreht sich wütend um und funkelt ihn böse an. Zugegeben, eine Ohrfeige wäre wohl ein eindeutiegeres Signal, aber man will ja nicht brutal werden. Und er? Er lächelt und weicht einem nicht mehr von der Seite. Irgendwann geht man ganz einfach, um zu entkommen. Im extremsten Fall trifft man denjenigen nach Wochen oder Monaten zufällig wieder und er redet von der verpassten Chance. Und man denkt sich: was für ’ne Chance? Was für ’ne Gelegenheit. Hätte ich gewollt, hätte ich gewollt…

Bleibt wohl einzuräumen, dass der Ausgang diverser Geschichten natürlich nicht  allein an einer einzelnen Person hängt. Die Kombi macht den Braten fett. Und die richtige Kommunikation wohl den Rest. So mag es also sein, dass man – selbst wenn man es anders denkt – uneindeutige Signale sendet. Mag ebenfalls sein, dass das Gegenüber gleichfalls auf die Initiative wartet. Und mag auch sein, dass man an ein Gegenüber geraten ist, was gar nicht wirklich will. Und ja, ich gebe es ja auch zu: Es ist nicht ganz einfach, das Eine vom Anderen zu unterscheiden und dann auch noch das Richtige zu tun. Aber es sollte doch nicht Unmöglich sein!!! Mit etwas mehr Direktheit und weniger „ersteinmal alles Abchecken“ und Hinhalten wäre wohl allen geholfen. Auch ich habe erst kürzlich aus einer solchen Situation gelernt: Verschwende nicht die Zeit damit herauszufinden was der Andere will, sondern werde dir klar was du willst und dann handele danach. Alles andere ist vertane Liebesmüh, denn zwei Handlungsunfähige ergeben eben keinen Handlungsfähigen. Also packen wir doch die Gelegenheiten beim Schopf und feiern die Feste wie sie kommen.

Ammenmärchen

Ein Sonntagnachmittag. Ich sitze auf einer Bank auf einem öffentlichen Platz und lese. Vertieft. Abgetaucht in einer andere Welt. Bis mich etwas von vorn anbrüllt und sich in meine Phantasiewelt drängelt. Ich hebe den Kopf und sehe einen Mann. Gruselige Gestalt. Er röhrt in sein Telefon. „Ey kommste mit? Ick will zu nem Freund, da is voll wat los.“ Und mir schießt, inspiriert von meiner Lektüre, sofort ein Gedanke in den Kopf: „Nimm dich in Acht vor dem bösen Mann.“ Ich lenke meine Aufmerksamkeit also wieder meinem Buch zu, denn er kann unmöglich mich meinen. Doch es grölt abermals: „Da kiekt se weiter in ihre Seiten. Ick rede mit dia.“ Ok, der meint wohl doch mich. Ich schaue also wieder auf, erbarme mich und schüttele mit dem Kopf. Dann widme ich mich abermals meinem Buch, weil ich die Sache damit als erledigt betrachte. Doch er scheint das anders zu sehen und brüllt seinem Anrufer entgegen: „Da lächelt se sanft und schüttelt den süßen Kopp. Ick glob et ihr nich.“ Schmetternd wetternd geht er ab. Die Leute um uns herum sind aufmerksam geworden und schauen mich neugierig an. Ja was denn? Noch nie davon gehört, dass man nicht mit fremden Männern mitgehen soll?

Und außerdem: Wer um alles in der Welt hat eigentlich dieses (Ammen)Märchen vom Prinzen auf dem weißen Pferd in die Welt gesetzt bzw. in die Köpfer vieler weiblicher Wesen verpflanzt? Die Realität sieht ja wohl mal ganz anders aus, wie diese Szene eindrucksvoll beweist. Nämlich ernüchternd. Dabei wäre mir der Prinz auf dem weißen Pferd durchaus lieber, als diese eigentümlichen Gestalten. Denn der Prinz hätte es wohl auch drauf, diese Situationen um einiges romantischer zu gestalten…

Aber wenn ich so recht überlege sind es immer nur die Rumpelstilzchen die in meinem Alltag vorbeipreschen, schlurfen, etc. Da gibt es z.B. Penner die nachts im Bus hinter einem sitzen und einem mit ihrem schmierigen Finger im Rücken herumbohren und ins Ohr wispern. Seitdem fahre ich Rad. Da gibt es Exhibitionisten, die meinen an sich herumfummeln zu müssen, wenn man des nachts an ihnen vorbeigeht. Auch da kann das Rad Abhilfe schaffen. Da gibt es Dönerstandinhaber, die mit abgedroschenen Sprüchen wie: „Hey, willste n Döner, macht schöne Frauen noch schöner!“ hinter einem herrufen. Und da gibt es Teenager, die halb so alt sind wie man selbst, die dir auf offener Straße hinterherpfeifen und Sprüche hinterherbrüllen, die du danach erst einmal übersetzen musst: „Ey, du bist ma vierlagig lecker.“ Vielen Dank für die Blumen, aber wo bleibt denn nun der Prinz?