Wo geh’n wir hin? Wo kommen wir an?

IMG_2875Foto: © PaulaB, 2015

(für zwei Freunde)

Und plötzlich ist da diese Nachricht. Erst Stille. Dann Chaos. Dann Erschöpfung. Es braucht Kraft um aufzustehen und den neuen Weg zu gehen. Einen Weg, der gepflastert ist mit Tristesse und Qual. Der Wegesrand jedoch gesäumt von Sehnsucht und Zuversicht.

Wo geh’n wir hin? Wo kommen wir an?

Und dann geht man los. Bangend vor Angst zu stolpern. Davor nicht weiter zu kommen. Dennoch mutig aus Glaube an das gute Ende. Das Ziel vor Augen. Doch es spielt Fange mit dir. Taucht auf und verschwindet wie eine Fatamorgana. Greifbar nah und doch noch fern.

Wer begleitet uns?

Und dann ist da diese Hand. Die dich greift und mit dir geht. Mit ihr an deiner Seite ist der Weg ein wenig leichter. Gemeinsam Schritt für Schritt. Mit allen Reserven. Denn der Weg fordert sein Tribut. Doch ihr lasst ihn nicht gewinnen. Ihr bezwingt ihn weiter. Mit Hoffnung!

 

 

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Das allgemeine Bäh

ZUM PODCAST

Wie viele traurige, hochtrabende oder auch belustigende Formulierungen gibt es für eine schlechte emotionale Befindlichkeit? Viele! Genauer gesagt sehr viele.

Man kann sich unwohl fühlen. Man kann in ein emotionales Loch gefallen sein. Man kann eine mentale Verstimmung haben, sich wie ein Häuflein Elend fühlen oder ganz modisch ein Burn-Out haben. Man kann sich einfach nur platt und/oder ausgelaugt fühlen. Man kann das Gefühl haben von einem Zug überrollt worden zu sein oder den Holzhammer gleich mehrmals über den Schädel gezogen bekommen zu haben. Man kann ein Down haben, einen Tiefpunkt erreicht haben und, und, und… Und jeder hat eine Vorstellung davon, wie es einem Menschen geht, der unter einem oder mehrerer dieser Dinge leidet. Nämlich nicht gut. Gar nicht gut.

Doch wie oft werden diese Begrifflichkeiten arglos verwendet für Zustände die zwar unangenehm und mental stressig sind, nicht jedoch wirklich schlimm/fatal – wie es ja bei einer Depression durchaus ist. Denn der Mensch neigt dazu selbst kleinste seelische Verstimmungen zu dramatisieren. Zu jammern. Ist ja auch kein schöner Zustand so ein psychisches Tief. Und ich will die miesen Gefühle die man in solchen Zeiten hat keinesfalls abwerten oder schmälern. Ganz im Gegenteil, in wirklich schwerwiegenden Fällen können derartige Gefühle ja sogar lebensbedrohlich werden. Umso bewundernswerter ist es, wenn man einen Menschen trifft, der das Eine vom Anderen zu unterscheiden weiß. Der trotz des Gefühls sich gerade eher im unteren Emotionsbereich zu befinden, nicht seinen Humor verliert und das Licht am Ende des Tunnels sieht. Wenn auch vielleicht nicht bewusst.

Genau so ist es bei einem sehr lieben Mensch aus meiner näheren Umgebung. Dieser Mensch leidet nämlich laut eigener Aussage nicht an einem der oben genannten Befindlichkeiten. Nein, die Selbstdiagnose dieses Menschen lautet: ‚allgemeines Bäh‘. Ich finde diesen Befund niedlich. Zeigt er doch, dass diese Person bei allem aktuellen Leid ihren Witz und den Bezug zur Realität nicht verloren hat. Sie leidet also an ‚allgemeinem Bäh‘. Nicht an einem konkreten Kopf-, Hals, oder Bauch-Bäh. Sondern schlicht und ergreifend an einem ‚allgemeinen Bäh‘.

Das ‚allgemeine Bäh‘ ist dabei an den gleichen Symptomen wie oben genannte Gemütszustände zu erkennen. Nur eben mit dem Zusatz des Augenzwinkerns. Mit der kleinen Zugabe des Glaubens auf baldige Besserung. Mit einer Prise Selbstironie und dem Wissen, dass es Anderen wohl schlimmer geht.

Und wenn ich so überlege leiden wohl sehr viele Menschen unter einem ‚allgemeinen Bäh‘. Die halbe Welt ist quasi voll von Menschen mit ‚allgemeinem Bäh‘. Nur sehen sie das oft nicht so.

Aber ich denke, es als ‚allgemeines Bäh‘ anzuerkennen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Nämlich heraus aus dem ‚allgemeinen Bäh‘. Und man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: „Was hast du?“ „Allgemeines Bäh!“„Wie geht es dir damit?“ „Bäh, bäh, bäh.“ So ernst die Lage bzw. Verfassung auch ist. Allein die verbale Ausführung dieser Konstitution klingt so komisch, dass man augenblicklich schmunzeln muss. So mussten die liebe Person und ich lachen. Und so ging es besagter Person gleich einen Hauch weniger ‚Bäh‘. Denn Lachen ist ja bekanntlich die beste Medizin.

Ich werde es im Hinterkopf behalten und versuchen mir bei derartigen Gefühlszuständen eine Scheibe dieser Fühl- bzw. Ausdrucksweise abschneiden. Vielleicht ist das ‚Bäh‘ ja dann gleich viel kleiner.

 Und woran leidet ihr so?