Unsichtbar

Da sitz er mit einer dampfenden Kaffeetasse in der Hand. Die Luft duftet nach Tannennadeln und Weihrauch. Seine Nase ist noch rot von der Kälte. Der Ring an seiner rechten Hand glitzert im Schein der Kerzen. Er schlürft und hängt seinen Gedanken nach. Wie in Watte dringt Kindergelächter in sein Ohr, lässt ein kurzes Lächeln über sein Gesicht huschen. Er stellt die Tasse ab, streich sich Zuckerkrümel aus dem Bart. Dann schultert er seine Tasche, zieht den Mantelkragen enger und verschwindet lautlos in die kalte Nacht.

Ver-Sprechungen

Press conferenceFoto: © Andreas Bauer, 2010

Worte… Sätze… Floskeln… Wehen wie ein Fähnchen im Wind, drohen zu zerbersten. Sagen, aber nichts aussagen.

Ideen… Pläne… Phantasmagorien… Gemeißelt wie in Stein, mit der Zeit verwittert. Versprechen, aber nichts halten.

Wünsche… Hoffnungen… Zweifel… Begraben unter dem Ballast der Realität. Tun, aber nichts bewegen.

Spielidee

papiervogelFoto: © PaulaB, 2012

Komm wir lassen unsere Liebe fliegen. Wir schreiben sie mit leichten Worten auf ein Stück Papier. Und falten es zu einer Schwalbe.

Dann fahren wir mit dem Aufzug in das höchste Stockwerk über den Dächern der Stadt. Dort vom Balkon geben wir unsere Liebe der Luft zum Spiel.

Landet sie auf dem Boden der Tatsachen?

Landet sie auf dem Baum des Lebens?

Fliegt sie irgendwo ins Nirgendwo?

Also laufen wir schnell die Treppen hinunter und tauchen ein in die hektische Stadt. Dort am Puls der Zeit suchen wir was von unserer Liebe geblieben ist.

Wo geh’n wir hin? Wo kommen wir an?

IMG_2875Foto: © PaulaB, 2015

(für zwei Freunde)

Und plötzlich ist da diese Nachricht. Erst Stille. Dann Chaos. Dann Erschöpfung. Es braucht Kraft um aufzustehen und den neuen Weg zu gehen. Einen Weg, der gepflastert ist mit Tristesse und Qual. Der Wegesrand jedoch gesäumt von Sehnsucht und Zuversicht.

Wo geh’n wir hin? Wo kommen wir an?

Und dann geht man los. Bangend vor Angst zu stolpern. Davor nicht weiter zu kommen. Dennoch mutig aus Glaube an das gute Ende. Das Ziel vor Augen. Doch es spielt Fange mit dir. Taucht auf und verschwindet wie eine Fatamorgana. Greifbar nah und doch noch fern.

Wer begleitet uns?

Und dann ist da diese Hand. Die dich greift und mit dir geht. Mit ihr an deiner Seite ist der Weg ein wenig leichter. Gemeinsam Schritt für Schritt. Mit allen Reserven. Denn der Weg fordert sein Tribut. Doch ihr lasst ihn nicht gewinnen. Ihr bezwingt ihn weiter. Mit Hoffnung!

 

 

Angekommen

IMG_2926Foto: © PaulaB, 2015

Das Lächeln am Morgen, das kitzelt wie wärmende Sonnenstrahlen.

Der Kuss auf die Stirn, der bleibt wie die Spuren eines Regentropfens.

Die Hand auf dem Hintern, die sich anfühlt wie warmer Sommerwind.

Die Umarmung zur Nacht, die schützend ins Land der Träume geleitet.

ICH

Worte, die sich wie die behütende Rinde eines Baumes um einen legen.

Blicke, die wie das Meer zum verweilen und träumen einladen.

Gesten, die wie die starken Schwingen eines Vogels zu neuen Ufern tragen.

DU

Das Vertrauen darauf, den Anderen hinter, neben und vor sich zu wissen.

Das Gefühl, angekommen zu sein und gemeinsam etwas Neues zu schaffen.

WIR

Einladung

IMG_1193Foto: © PaulaB, 2014

Komm setz dich und hör dem Frühling zu!

Das Knistern der Sonnenstrahlen. Die magnetisch locken. Ungestüm kitzeln sie sich durch den Staub zurückgezogener Monate und suchen nach dir.

Das Wispern des Windes. Der nach Wandel riecht. Vehement wirbelt er den Staub drückender Monate auf und vertreibt deine winterkalten Gedanken.

Die Frische des Regens. Der fordernd ans Fenster trommelt. Unwiderruflich wischt er das Trübe hinweg und weckt deinen Lebensdurst.

Vorhänge fallen. Fenster und Türen sich öffnen. Ein Hauch von Erlösung streift durchs Land.

Komm setz dich und hör dem Frühling zu!

Das Knacken springender Knospen. Deren Kraft ein Meer von Farben offenbart. Unentwegt schießen neue Blüten hervor und ködern deine Sinne.

Das Zwitschern wiederkehrender Vögel. Deren Melodie von Neuanfang spricht. Unermüdlich singen sie sich in dein Gedächtnis und rufen dich.

Das Rauschen sprießender Grashalme. Deren Grün voller Hoffnung steckt. Beharrlich bahnen sie sich ihren Weg ans Licht und geben dir eine Richtung vor.

Augen leuchten. Lungen und Herzen atmen auf. Ein vitalisierender Ruck geht durchs Land.

Komm setz dich und hör dem Frühling zu!

 

 

Einatmen. Ausatmen.

Climbing rock in the Elbe Sandstone Mountains.Foto: © Christina Hanck, 2012

Schritt für Schritt. Himmelwärts. Begleitet vom Knacken des Waldes und dem Knirschen der Steine unter den Schuhen.

Blick für Blick. Das Ziel vor Augen. Und dennoch jedes noch so kleine Detail erfassend und aufnehmend.

Atemzug um Atemzug. Innerwärts. Begleitet von wachsendem Adrenalin und gleichzeitig aufsteigender Ausgeglichenheit.

Ankommen.

Den Blick schweifen lassen über das Schauspiel was sich bietet. Die Ohren spitzen für die Geschichte, die der wispernde Wind erzählt. Und das Gefühl aufsaugen etwas Besonderes zu erleben.

Einatmen. Ausatmen.