Anfälle von Dämlichkeit

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Hin und wieder leide ich an Anfällen von Dämlichkeit. Oder eigentlich ziemlich häufig und in regelmäßigen Abständen. Bei mir resultieren diese zumeist aus einer melancholischen Stimmung heraus. Und auch oft nur aufgrund der modernen Technik und meiner Gabe zu kommunizieren. Würde man mir in diesen Momenten sämtliche Kommunikationsmittel entwenden, die Hände fesseln oder auch den Mund zukleben, wäre sicher schon der eine oder andere Fall von Dämlichkeit an mir vorübergegangen bzw. hätte ich ihn nicht aktiv ausüben können. Es tröstet mich jedoch, dass ich damit nicht allein bin. Oder sollte mich dies eher in Bestürzung versetzen?

Wie dem auch sei, wie ich aus diversen Gesprächen mit Freunden weiß, gibt viele Schwachsinnige. Vornehmlich Frauen. Ich habe schon überlegt, ob ich eventuell eine Marktlücke entdeckt habe, die es zu füllen gilt: Ein Mittel gegen Schwachsinnige (Frauen). Ein Mittel gegen Anflüge von Dämlichkeit. Ich bin aber zu der Erkenntnis gekommen, dass dagegen wohl kein Kraut gewachsen ist. Man muss also durch, durch diese Anfälle von Dämlichkeit. Was damit konkret gemeint ist?

Ein besonders treffendes Beispiel: Frauen stehen auf Ärsche. Also nicht den Arsch als Körperteil (vielleicht auch das, aber der sollte sich hier nicht angesprochen fühlen), sondern den Arsch in Person. Zwar betonen sie immer wieder, dass sie ja eigentlich einen Mann haben wollen, der sie so liebt wie sie ist, der sie auf Händen trägt, der lieb ist, etc, aber all zu oft macht ihnen ihr Hang zur Dämlichkeit einen Strich durch die Rechnung. Denn letztlich landen sie dann doch wieder bei den Typen, bei denen sie um Aufmerksamkeit, Beachtung und Ansehen kämpfen müssen. Sind wir Frauen also sadistisch? Ich will natürlich wie immer nicht behaupten, dass es diese Geschichten nicht auch genau anders herum gibt: Also Frau verarscht Mann. Leider ist mir nur eben der andere Fall öfter zu Ohren gekommen. Frauen sind und bleiben eben oft gefühlduseliger als Männer. Oder sollte ich sagen,  Frauen verspüren öfter als Männer den Drang nach Beständigkeit und verschwenden deshalb wertvolle Minuten ihres Lebens an völlig aussichtslose Geschichten?! Wie auch immer: Ich würde wirklich gern eine ‚Pille dagegen‘ entwickeln, die dagegen immun macht…

Umso feierlicher, wenn einer Frau der Absprung von der Dämlichkeit gelingt. Und genau aus diesem Grund habe ich einen Sekt aufgemacht. Und angestoßen. Auf Rike. Eine Freundin, die es endlich geschafft hat auf ihr Wohlergehen zu achten. Rike ist frisch verliebt in einen wirklich „lieben“ Typen. Und das ist das Beste was ihr passieren konnte. Denn anderenfalls wäre sie vielleicht nie von diesem unsäglichen Exemplar Mann weggekommen, an das sie die letzten Wochen und Monate ihre Energie verschwendet hat und so viele Anflüge von Dämlichkeit heraufbeschworen hat.

Mitunter glaube ich aber, dass diese unsäglichen Gefühlsautisten nicht einmal mit Absicht so sind. Sie wissen einfach selbst nicht was sie wollen. Sie hoffen auf Besseres. Warten auf das große Los, die Explosion. Und verpassen darüber vielleicht die Chance einfach nur glücklich werden zu können. Denn oftmals sind die großen Feuerwerke leider auch die Geschichten, die verbrannte Erde hinterlassen. Die einfach nicht gut tun. Die das Herz in einen Kasper verwandeln.

Aber zurück zum Paradebeispiel Rike. Sie hatte also ihr Herz, oder ihren Verstand, an einen Mann namens David gekettet. Einen Mann, dem sie immer wieder Chancen ermöglichte, die er nicht ergreifen wollte und stattdessen unter dem Deckmantel der Freundschaft all die Dinge mit ihr tat, die Freunde eben nicht tun. Man war also offiziell nur befreundet, wobei dieser Begriff bei den Beiden eben sehr dehnbar war… Da dreht sich mir der Magen um. Sex mit einem Freund? Also jedem das Seine, aber angesichts der Tatsache, dass Rike damit nicht wirklich glücklich war eben eher fragwürdig. Und deshalb fragte ich auch: „Hast du dich mal gefragt, ob er das mit jeder seiner ‚Freundinnen‘ macht?“, „Bist du es nicht leid eine unter Vielen zu sein, die sein Ego boosten?“. Und sie schaute mich betroffen an und erklärte: „Ja ich weiß auch nicht warum ich mir das antue. Aber ich… Ach ich weiß es doch auch nicht…“ Ich war gelinde gesagt geschockt. Da saß eine schöne Frau vor mir und dieser komische Kauz sollte der Einzige sein, der ihr etwas Zuneigung schenken wollte/sollte? In meinem Kopf ratterte es. Der Wunsch nach einer ‚Pille dagegen‘ schoss augenblicklich wieder in mein Hirn.

Das erstaunliche an diesen Geschichten aber ist, dass wenn Frau von ihren Anfällen von Dämlichkeit genesen ist, der Mann nachzieht. Denn just in dem Moment, als Rike kein weiterreichendes Interesse mehr an David hatte als Freundschaft, wurde dieser von Anfällen von Dämlichkeit geradezu geschüttelt. Nun beginnt er zu fühlen und zu handeln. Meint, er müsse um sie kämpfen. Glaubt, dass da doch noch mehr ist als bloße Freundschaft. Sieht seine Fälle schwimmen. Paddelt wie wild auf sie zu. Und alles was ich hoffe ist, dass sie fest in ihrem neuen Boot sitzt. Mit einem strahlenden Lächeln ihr gegenüber. So, dass sie den Sonnenschein, der sie plötzlich umgibt, gar nicht mehr bemerkt. Denn: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! Tja und damit ist nun plötzlich David derjenige, dessen Gedanken nur noch um sie kreisen. Der sich einreden muss, dass sie eigentlich eine dumme Gans ist, nur um sich nicht eingestehen zu müssen, dass er seine Chance verpasst hat. Ich bin gespannt was er noch so anstellen wird, zu welchen Taten und Handlungen ihn die Anflüge von Dämlichkeit treiben werden… Und ich kann es nicht lassen, aber die Pille dagegen scheint mir eine rechte Goldgrube ;P

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Liebe Hormone!

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Kennt ihr das? Die regelmäßig anfallenden Momente/Tage/Wochen Herz im Monat, in denen man von sentimentalen Anfällen, Sehnsüchten und emotionalen Ausbrüchen geradezu geschüttelt wird? Und alles nur, weil die Hormone launisch sind und nach einem kurzen Hoch ins nächste Tief abrutschen. Was kann ich denn dafür, dass ihr so sensibel seid? Also bitte lasst das gefälligst nicht an mir aus! Letztlich wäre das ja aber noch zu ertragen. Viel schlimmer ist es, dass diese Diven auch noch meinen in regelmäßigen Abständen ein Verhalten an den Tag legen zu müssen, was einen hin und wieder zu einer lächerlichen Marionette werden lässt. So kann das nicht weitergehen habe ich beschlossen. Und da Kommunikation ja oft der erste Schritt zur Klärung eines Problems ist, habe ich mir die Zeit genommen um mit den werten Untermietern in Kontakt zu treten. Immerhin hausen sie für günstige Konditionen und könnten sich deshalb auch mal an ein paar Regeln halten. Leider sind die Damen und Herren so mit all ihren Eskapaden ausgelastet, dass man sie einfach nicht ans Telefon bekommt. Irgendjemand und irgendwann muss aber mal auf den Tisch gehauen werden, also her mit dem guten, alten Brief.

Liebe Hormone,

um gleich mal vorweg eines klarzustellen: Ihr geht mir gehörig auf den Zeiger! Wie lange kennen wir uns jetzt bereits, fast 30 Jahre?! Da solltet ihr mich also besser kennen oder habt ihr Spaß daran mich zu verärgern? Denn irgendwie macht ihr immer genau das, was ich am wenigsten in ohnehin brenzligen Situationen gebrauchen kann. Natürlich nicht immer, hin und wieder hatten wir auch eine ganz gute Zeit. Aber das war irgendwie mal. Beziehungsweise schafft ihr es immer dann, wenn ich gerade wieder mühsam Vertrauen in euch erarbeitet habe, dieses sofort wieder einzureißen. In letzter Zeit liegt ihr nämlich leider ziemlich oft ziemlich daneben. Und treibt mich damit in regelmäßigen Abständen in den Wahnsinn.

Ich habe lange nichts gesagt, denn ich bin ein sehr leidensfähiger Mensch, aber nun is‘ auch mal genug. Immerhin biete ich euch sehr kostengünstig eine nette Unterkunft. Da wäre wohl ein wenig Rücksicht angebracht. Also was versprecht ihr euch davon, eurer Heim in regelmäßigen Abständen in eine Gefahrenzone zu verwandeln? Steht ihr auf den Nervenkitzel? Das würde mich wirklich mal interessieren. Wenn ich nun solche Manieren an den Tag legen würde. Also mal Klartext…

Warum zum Beispiel seid ihr so leicht zu verstimmen? Es nervt, dass ihr von jetzt auf gleich von himmelhochjauchzend zu zutodebetrübt switchen könnt. Wer soll denn da mitkommen? Ein Lied, ein Wort, ein Blick, eine Geste, was auch immer und ihr spielt verrückt und verwandelt mich in Sekundenschnelle von der eben noch friedfertig, strahlenden miss sophie in ein marginales Häufchen Elend, dass mit aller Gewalt gegen aufsteigende Wut, Verletzung, Sentimentalität, etc. ankämpfen muss, um nicht augenblicklich irgendwelche Dummheiten zu begehen, Gefühlsausbrüchen zu unterliegen und damit zu allem Überfluss gegebenenfalls ein noch jämmerlicheres Bild abzugeben. Und was fällt euch dann zum Trost ein: Hunger. Und was mache ich um euch wieder zu besänftigen: essen. Und dann? Dann setzt nicht etwa die Genesung ein sondern der pure Stress. Denn was bleibt ist ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner körperlichen Konstitution und meinem Geldbeutel, welcher dann wieder einmal gähnende Leere offenbart, weil ihr mich zu später Stunde von meiner gemütlichen Couch hochpeitscht und zum nächsten überteuerten Spätkauf treibt.

Nennenswert sind auch Situationen der Entscheidung. Habe ich einen Entschluss gefasst, kann ich quasi die Minuten an einer Hand abzählen, bis ihr aufmuckt und irgendein Gegenargument hervorzaubert. Und wenn ich dann so nett bin, dieses zu prüfen und vielleicht sogar für ein gutes Argument zu erachten, habt ihr euch schon wieder anders entschieden. Ja, ne, vielleicht, ich weiß nicht. So wird das nichts Freunde. Das bringt letztlich nur komplette Verwirrung und einen körperlich wie emotional äußerst haarsträubenden Zustand: Nämlich wie Drahtseil gespannte Nerven und Unzufriedenheit.

Völlig idiotisch verhaltet ihr euch übrigens auch jedes Mal, wenn ich einen Mann auch nur ansatzweise interessant finde. Denn wenn ihr mal zuschlagt, dann mit Karacho, aber ohne mich vorher mal zu fragen. Was ich jedoch am wenigsten verstehe und mir regelmäßig böse Schimpfwörter ins Gehirn treibt: Wenn ihr mir dann ein paar Glücksmomente habt zuteil werden lassen und merkt, dass ich mich eurem Interesse beuge, dann zieht ihr entweder die Notbremse oder lasst mich schön gegen die Wand rennen. Natürlich auch mit Höchstgeschwindigkeit. Super wie ihr es in solchen Fällen schafft aus mir einen undurchschaubares Etwas zu machen, vor dem jeder noch so tapfere Krieger die weiße Flagge hissen muss. Oder aber mich an völlig aussichtslosen Situationen die Zähne ausbeißen und Dummheiten machen lasst, die eindeutig belegen, dass ich – oder sollte ich besser sagen ihr – wohl den Verstand verloren haben muss/müsst. Aber anstatt mir danach über den Verlust hinweg zu helfen, ihr biestigen Scheusale, macht ihr mich dann zu einem emotional verstimmten, sich in Selbstmitleid (was für eine fürchterliche Eigenschaft!!!) auflösenden Jammerlappen.

Ich werde jedenfalls das Gefühl nicht los, dass ihr all zu oft nicht wisst was ihr wollt. Und wenn ihr schon auf derartige Achterbahnfahrten steht, dann habt danach zumindest auch den Arsch in der Hose und helft mir bei der Schadensbegrenzung. Schließlich bin ich euer Heim und ihr solltet ein Interesse daran haben dies nicht zu zerstören. Oder wollt ihr auf der Straße landen? An dieser Stelle ist es nun angebracht mal mahnend den Zeigefinger zu erheben und zu predigen: Werdet euch doch bitte erst einmal selbst darüber klar was ihr wollt, bevor ihr andere – in diesem Fall mich – da mit reinzieht. Schließlich bin letztlich ich diejenige, die da mit ihrem Gesicht steht, die ihren Kopf hinhalten muss. Ihr hingegen könnt euch schön dahinter verstecken. Also behandelt mich bitte auch dementsprechend und tanzt mir nicht auf der Nase herum. Und da wir noch ein paar gemeinsame Jahre vor uns haben würde ich deshalb vorschlagen, dass ihr euch mal ein wenig zusammenreißt. Wäre das möglich? Anderenfalls muss ich wohl härtere Sanktionen ergreifen.

Also Freunde! Ein Vorschlag zur Güte, denn ich bin ja im Grunde meines Herzens ein sehr friedfertiges und harmoniebedachtes Wesen: Wenn ihr schon nicht weichen wollt, könnt oder wie auch immer, dann helft doch stattdessen mal zwischen mir und den von euch provozierten Emotionen zu vermitteln! Wie wär’s damit? Akzeptieren, dass es so ist wie es ist, ohne große Erklärungen dafür zu suchen? Vielleicht sogar mal den Gedanken Flügel verleihen? Denn Verstand nicht das Gespür kontrollieren lassen? Das würde zumindest meinem Selbsterhaltungstrieb etwas entgegenkommen, denn ich habe keine Lust mich jedes Mal nach euren Eskapaden neu aufbauen zu müssen.

In diesem Sinne verbleibe ich mit HERZlichen Grüßen und gelobe Nachsicht, wenn ihr Besserung gelobt :)

Eure miss sophie

Handlungsunfähig

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Es gibt Situationen im Leben eines Jeden, da muss man einfach Handeln. Tut man es nicht, hat man seine Chance verpasst. Aber es gibt Menschen, die tun genau das. Sie verkennen die Situation. Handeln – Fehlanzeige! Stattdessen labern und labern sie. Und reden letztlich alles tot. Dann ist es nicht mehr nur wahnsinnig schwierig je wieder in eine solche Situation zu kommen, sondern durchaus vorstellbar, dass das Gegenüber gar nicht mehr in diese Situation kommen möchte. Aus die Maus!

Ein Beispiel: Ein Club. Musik. Sich zum Rhythmus der Musik bewegende Körper. Zwei Menschen. Ein Blick. Knistern. Die Nacht wird zum Tag. Man wandelt gemeinsam aus dem Club. Ein lauer Sommermorgen. Die Sonne geht gerade auf und man entschließt sich spontan gemeinsam in einem See baden zu gehen. Und dann… dann müsste er kommen, der Kuss. Aber er kommt nicht. Man tut es als Zurückhaltung ab und trifft sich noch einmal. Und wieder wartet man vergebens auf den Kuss. Man trifft sich und trifft sich, und nichts passiert. Schließlich fragt man sich was da wohl los ist? Hallo, wir leben nicht mehr im 18. Jahrhundert. Küssen vor der Ehe ist durchaus erlaubt. Irgendwann ist die Luft raus. Dann handelt man eben doch selbst, aber dann heißt es: Schön dich kennengelernt zu haben, aber ich schau mich dann mal anderweitig um. Und was bleibt ist die Erkenntnis, dass das Gegenüber einfach nicht erkennt was ihm/ihr entgeht und natürlich die Frage, warum man selbst nicht schon viel eher einen Schlussstrich gezogen hat.

Natürlich überlegt man ob die Handlungsunfähigkeit an mangelndem Interesse liegt. Und natürlich kann dies durchaus der Fall sein. Wenn man allerdings Beiträge wie „Die Schmerzensmänner“ von Nina Pauer liest, scheint es sich hierbei mitunter eben nicht um Desinteresse zu handeln, sondern um ein rapide ansteigendes gesellschaftliches Phänomen: Die von ihr so betitelte „jungmännliche Identitätskrise“. Nicht mangelndes Interesse sondern wachsende Verunsicherung sei das Problem. Da dürfte es wohl ein Wunsch bleiben, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, das Richtige zu tun… Ein trauriges Fazit. Ich würde jedoch behaupten, dass dies nicht nur ein männliches Problem ist. Frauen stehen dem in nichts nach. Aber warum in aller Welt fällt es den Menschen heute immer schwerer Signale zu deuten und zu Handeln, richtig zu Deuten und zu Handeln? Wo ist die Abenteuerlust geblieben, der Wunsch die Welt aus den Angeln zu heben? Ein bisschen Nervenkitzel muss doch sein. Sind wir also zum Schauspieler unseres eigenen Lebens geworden? Haben wir es verlernt zu tun wonach uns ist? Oder tun wir nicht wonach uns ist, weil wir gar nicht wissen wonach uns ist? Nein, ich glaube an die Handlungsfähigkeit des Menschen, ich will daran glauben!!! Man muss es nur üben ;) Auch wenn dies bedeutet, dass man hin und wieder in Situationen gerät, in dem das Handeln lieber ein Wunschtraum im Kopf des Handelnden geblieben wären.

Denn so gibt es auch Situationen im Leben eines Jeden, da sollte man lieber nicht Handeln. Tut man es doch, wird es peinlich und/oder lästig. Aber es gibt auch hier Menschen, welche die Gabe besitzen, diese Situationen zu missdeuten. Signale erkennen – Fehlanzeige! Langsam antasten – wo denkst du hin?! Stattdessen schalten sie den Turbogang ein. Reden wird überbewertet. Sie handeln und tun genau das Gegenteil von dem was man signalisierte.

Ein Beispiel: Ein Club. Musik. Sich zum Rhythmus der Musik bewegende Körper. Zwei Menschen. Ein Blick. Das Signal: Sprich mich nicht an. Man dreht sich weg. Plötzlich steht er wieder vor einem. Man dreht sich abermals weg. Und da, was ist das? Er rubbelt tatsächlich an deinem Hintern. Man dreht sich wütend um und funkelt ihn böse an. Zugegeben, eine Ohrfeige wäre wohl ein eindeutiegeres Signal, aber man will ja nicht brutal werden. Und er? Er lächelt und weicht einem nicht mehr von der Seite. Irgendwann geht man ganz einfach, um zu entkommen. Im extremsten Fall trifft man denjenigen nach Wochen oder Monaten zufällig wieder und er redet von der verpassten Chance. Und man denkt sich: was für ’ne Chance? Was für ’ne Gelegenheit. Hätte ich gewollt, hätte ich gewollt…

Bleibt wohl einzuräumen, dass der Ausgang diverser Geschichten natürlich nicht  allein an einer einzelnen Person hängt. Die Kombi macht den Braten fett. Und die richtige Kommunikation wohl den Rest. So mag es also sein, dass man – selbst wenn man es anders denkt – uneindeutige Signale sendet. Mag ebenfalls sein, dass das Gegenüber gleichfalls auf die Initiative wartet. Und mag auch sein, dass man an ein Gegenüber geraten ist, was gar nicht wirklich will. Und ja, ich gebe es ja auch zu: Es ist nicht ganz einfach, das Eine vom Anderen zu unterscheiden und dann auch noch das Richtige zu tun. Aber es sollte doch nicht Unmöglich sein!!! Mit etwas mehr Direktheit und weniger „ersteinmal alles Abchecken“ und Hinhalten wäre wohl allen geholfen. Auch ich habe erst kürzlich aus einer solchen Situation gelernt: Verschwende nicht die Zeit damit herauszufinden was der Andere will, sondern werde dir klar was du willst und dann handele danach. Alles andere ist vertane Liebesmüh, denn zwei Handlungsunfähige ergeben eben keinen Handlungsfähigen. Also packen wir doch die Gelegenheiten beim Schopf und feiern die Feste wie sie kommen.

„Freakshow“

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Für alle Frauen (und alle gefühlsdusseligen Männer mit Humor!)

Manche Menschen besitzen wie man so schön sagt „ein Händchen“ für etwas. Meine Freundin besitzt ein Händchen für „Freaks“. Und damit meine ich nicht den Freak im eigentlichen Sinne, sondern beziehungsgestörte Männer. Ja, lange Zeit habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, dass sie immer nur an Männer gerät die noch nicht bereit sind, die noch nicht drüber hinweg sind oder die noch nicht einmal frei sind. Doch inzwischen mache ich mir nicht nur Gedanken, sondern Sorgen. Alarm!!! Denn so langsam bekomme ich wirklich den Eindruck, dass auf ihrer Stirn eine unsichtbare, bzw. nur für Männer sichtbare Leuchtreklame prangen muss: „Freaks“ bitte hier!!! Und ich betone noch einmal: Damit sind nicht die Freaks im eigentlichen Sinne gemeint, sondern Männer die sich flirtend unters Volk mischen und mit einer Frau anbändeln, obwohl sie eigentlich noch nicht offen und frei für etwas Zweisamkeit sind.

Das blöde daran ist, sie sind nicht auf Anhieb zu erkennen. Im Gegenteil. Es sind die, die auf den ersten Blick echt in Ordnung, geradezu „harmlos“ wirken. Die, wo Frau denkt, mal nicht auf einen bloßen Aufreißer hereinzufallen. Mehr oder weniger schnell offenbart sich dann aber immer ein klitzekleines Detail was Frau zum Nachdenken anregt. Aufgrund bereits eingesetzter emotionaler Vernebelung deutet Frau jene Details jedoch in diesem Stadium oft falsch. In ihrer grenzenlosen Naivität geht sie nämlich nicht gleich vom Schlimmsten aus, wenn ein Mann sie z.B. nicht gleich ins Bett zerren will, sondern denkt stattdessen versonnen: Was für ein angenehmer Zeitgenosse, der will nicht nur das Eine. Aus Beobachtung und Erfahrung heraus würde ich inzwischen sagen: Wenn dir so Jemand begegnet nimm die Hände in die Hand und renne. Denn schneller als man denkt steckt man mitten drin in der „Freakshow“. Auch wenn Frau immer wieder von sich denkt, dass sie solch verfahrene Liebesangelegenheiten locker nehmen und einfach nur das Beste für sich herausziehen kann: Irrtum. Wenn Frau Interesse hat, kann sie es eben doch nicht. Aber leider merkt sie das immer erst dann, wenn es bereits zu spät ist. Dann fällt es ihr nach großem Drama wie Schuppen von den Augen, dass all die vorher positiv bewerteten Zeichen, ein Zeichen für „besetzt“ (im weitesten Sinne) gewesen sein könnten/waren. Nun sitzt sie bereits mitten drin im Gefühlsdesaster. Dann streiten sich Engelchen und Teufelchen. Emotion gegen Verstand. Teufelchen Emotion will um den Mann „kämpfen“, Engelchen Verstand rät aber sofort die Notbremse zu ziehen um größeres Seelenunheil zu vermeiden. Und nach quälendem Hin und Her verbünden sich Engelchen und Teufelchen auch noch. Verstand verschmilzt mit Emotion und schließlich verlangt irgendein Dritter Ruhe zu bewahren und es weiter zu probieren. Und was macht Frau in ihrer grenzenlosen Selbstüberschätzung? Sie probiert bis es nicht mehr geht. Ein ums andere Mal. Von wegen „aus Fehlern wird man klug.“

Und so geht es nicht nur meiner Freundin sondern wie ich immer wieder höre vielen Frauen. Da frage ich mich doch: Ja sag mal, sind wir Frauen denn bescheuert? Was um alles in der Welt veranlasst uns immer wieder dazu, sich auf solche ungereimten Geschichten einzulassen, obwohl wir etwas Anderes suchen? Ist es die Torschlusspanik? Bei manchen vielleicht. Ist es die Sehnsucht nach Zuwendung und Nähe? Das auf jeden Fall. Oder ist es der wahnwitzige Gedanke das Objekt der Begierde so begeistert zu haben, dass er gar nicht anders kann, als sich für einen zu entscheiden? Maybe auch das. Was Frau dabei oft gern ausblendet: Wenn sie sich anstrengen muss, dass er sich für sie entscheidet, spricht das nicht unbedingt für sein Interesse an ihr. Denn wenn er sie wirklich umwerfend fände, hätte er sich wohl längst für sie entschieden oder würde einen gewissen Ehrgeiz entwickeln ihr das zu zeigen. Nun ja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Hm…. Was davon es auch ist, letztlich will Frau doch einfach nur einen Mann, der sie mit Haut und Haaren will, die Person dahinter natürlich inklusive. Aber das scheint oft zu viel verlangt. Ist es denn zu viel verlangt???

Aufgrund dieser neuen Erkenntnis und der Tatsache, dass zwischen Ist- und Möchte-Zustand bei vielen Frauen eine Kluft herrscht, sollte ich wohl erschrocken aufspringen, hysterisch mit den Händen wedelnd durch die Gegend rennen, mir die Haare raufen und nach einer Lösung suchen. Und meine Freundin sollte zunächst diese doofe Leuchtreklame auf der Stirn loswerden bzw. durch einen für ihren Gemütshaushalt schonenderen Slogan ersetzen. Doch was bringt all das? Es kommt ja doch wies kommen muss… Und wer weiß, nachher entpuppt sich irgend so ein Gefühlsdussel ja doch noch als Passstück? Oder sie hat irgendwann ein glückliches Händchen, welches die Angel zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und dem richtigen Mann ausfährt. Dem Mann, der sie zu schätzen weiß.